Hand aufs Herz: Die Urlaubsplanung fühlt sich momentan für viele von uns anders an, als noch zuvor, vielleicht nicht mehr ganz so leicht und grenzenlos. Die Nachrichten aus dem Nahen Osten und die allgemeine Weltlage lassen uns zögern und auch die Energiekrise im Nacken lässt uns genauer aufs Budget schauen. Fernreiseziele wie Dubai, die lange als Inbegriff für Sommersonne galten, rücken da verständlicherweise in den Hintergrund – nicht nur wegen der weiterhin bestehenden Angriffe, sondern auch da mittlerweile eine mögliche Kerosin-Knappheit durch die Nachrichten geistert, die Flugpreise in die Höhe treibt und Flüge streicht.

Aber wisst ihr was? Das ist wirklich kein Grund für schlechte Laune bei der Urlaubsplanung, ganz im Gegenteil: Es ist die perfekte Chance, den Fokus wieder auf die Reiseziele zu richten, die wir oft übersehen. Gerade wenn ihr als Familie oder mit Freunden unterwegs seid, ist das Auto aktuell die wohl entspannteste Art zu reisen. Man teilt sich die Kosten, ist nicht an Flugpläne gebunden, ist vor Ort flexibel und der Urlaub beginnt eigentlich schon bei der ersten Raststation.
Falls ihr für diesen Sommer also noch das gewisse Etwas sucht, habe ich hier meine ganz persönlichen Herzensempfehlungen für euch, die zeigen, dass das Abenteuer oft nur ein paar Autobahnstunden entfernt liegt. Alle Reiseziele habe ich selbst besucht, mit allen Sinnen erlebt und mich von der Atmosphäre dieser Orte mitreißen lassen.

Städtetrips in der „Second Row“: Wo der Puls entspannt schlägt
Statt sich durch die oft überlaufenen Metropolen wie Berlin oder Hamburg zu schieben, lohnt sich ein Blick auf die Städte, die erst auf den zweiten Blick ihre volle Magie entfalten. Es sind diese sogenannten „Second Row Cities“, die oft zu Unrecht im Schatten der ganz großen Namen stehen. Dabei bieten sie genau das, was wir im Urlaub suchen: Authentizität statt Massentourismus.
In diesen Städten muss man sich nicht durch endlose Warteschlangen vor den Sehenswürdigkeiten kämpfen. Man findet noch den freien Tisch im kleinen Café um die Ecke und kann das urbane Flair in einer ganz anderen Intensität genießen – entschleunigter, persönlicher und oft auch viel herzlicher. Es ist dieser besondere Reiz, eine Stadt zu entdecken, die sich nicht verstellt, sondern ihr wahres Gesicht zeigt. Für mich ist das der Inbegriff von entspanntem City-Hopping, bei dem man abends nicht erschöpft, sondern inspiriert ins Hotelbett fällt. Meine beiden Lieblinge zuletzt:



Leipzig – Zwischen Industrieromantik und Seengeflüster Leipzig hat mich letztes Jahr so richtig gepackt. Es ist diese unglaubliche Vielseitigkeit: In einem Moment steht ihr in den prächtigen, geschichtsträchtigen Passagen wie der Mädler-Passage, und nur eine kurze Tramfahrt weiter findet ihr euch in Plagwitz wieder, wo alte Industriebauten heute hippe Cafés und Ateliers beherbergen. Was Leipzig so besonders macht, ist das „Wasserfeeling“ – die Kanäle ziehen sich durch die Stadt und laden zum Paddeln ein. Es ist eine Stadt, die atmet, die nicht fertig renoviert wirkt, sondern voller Leben und Kultur steckt. Besucht die verschiedenen Museen, bummelt durch die Stadt oder genießt gerade im Sommer die vielen Events in der Stadt. Ein Urlaub in Leipzig lohnt sich immer und ist auch recht günstig. Schaut mal in meinen Bericht: Ein Tag in Leipzig zwischen Kultur und Entspannung.


Reise-Tipp Nummer 2 ist Stuttgart, das so viel mehr ist als „nur“ eine Industriestadt. Es ist ein Ort, an dem man morgens tief in die Welt der Technik eintauchen und nachmittags in herrschaftlichen Parks die Seele baumeln lassen kann. Für alle, die Design und Geschwindigkeit lieben, sind das Mercedes-Benz Museum und das Porsche Museum absolute Pflichttermine – Architektur und Exponate sind dort gleichermaßen beeindruckend.
Doch die Stadt kann auch ganz leise und kunstvoll: Ich liebe den Schlossplatz mit seinem weitläufigen Blick auf das Alte und Neue Schloss. Hier auf den Stufen zu sitzen, während das Leben an einem vorbeizieht, ist pures Urlaubsfeeling. Nur einen Steinwurf entfernt lockt die Staatsgalerie mit Weltklasse-Kunst.
Mein persönliches Highlight für Familien (und eigentlich jeden, der eine Pause vom Trubel braucht) ist die Wilhelma. Dieser zoologisch-botanische Garten ist ein echtes Juwel: Die Mischung aus historischen, maurischen Gebäuden, exotischen Tieren und einer unglaublichen Pflanzenvielfalt gibt einem das Gefühl, in einem botanischen Märchen gelandet zu sein. Und das Beste: Wer zwischendurch Sehnsucht nach Natur hat, muss Stuttgart nicht einmal verlassen. Die Weinberge ragen bis weit in das Stadtgebiet hinein und laden dazu ein, den Tag bei einem Glas lokalem Wein mit Blick auf das viele Grün ausklingen zu lassen. Hier geht es zu meinen Highlights in Stuttgart.

Österreich: Meine Liebeserklärung an das Bergland
Wenn ich Ruhe brauche und die Akkus mal wieder so richtig leer sind, zieht es mich fast automatisch nach Österreich. Es ist dieses ganz besondere Gefühl, wenn man die Grenze überquert, die Berge am Horizont immer höher wachsen und man schließlich das erste Mal das Fenster im Hotel öffnet. Dieser Duft nach frischem Heu, gepaart mit der klaren, kühlen Bergluft – das ist für mich der Moment, in dem der Urlaub im Kopf wirklich beginnt.
Gerade für mich, die ich gerne flexibel mit dem eigenen PKW anreise, ist Österreich ein absolutes Traumziel. Es ist für alle Reisenden sicher, die Straßen sind top und man ist in wenigen Stunden in einer völlig anderen Welt. Vor allem für Familien ist es ideal: Man packt das Auto voll, teilt sich die Kosten und ist vor Ort unabhängig, um die schönsten Täler und Almen auf eigene Faust zu entdecken. Österreich schafft es wie kaum ein anderes Land, Tradition und Moderne so herzlich zu verbinden, dass man sich sofort willkommen fühlt. Welche Regionen ich euch besonders gerne empfehle lest ihr hier….

Die Wildschönau – Ausgezeichnete Idylle für die Seele: In der Wildschönau scheint die Zeit tatsächlich ein kleines bisschen langsamer zu gehen. Es ist eine Region, in der das Wort „Idylle“ noch wirklich passt und nicht nur eine Marketingfloskel ist. Dass dieser sanfte Tourismus dort gelebt wird, beweist die aktuelle Auszeichnung: Die Wildschönau hat kürzlich das Österreichische Umweltzeichen verliehen bekommen! Das freut mich persönlich sehr, denn es bestätigt genau das Gefühl, das man dort als Gast hat: Hier wird noch achtsam mit der Natur umgegangen und Wert auf Nachhaltigkeit gelegt.


Mein liebstes Erlebnis dort? Ganz klar die Begegnungen mit den Kühen auf den Almen. Sie gehören hier einfach zum Landschaftsbild dazu, ziehen völlig tiefenentspannt über die Wege und schauen einen mit ihren großen, dunklen Augen neugierig an. Es ist ein Moment, in dem man automatisch die Luft anhält, die Hektik der Stadt vergisst und einfach nur im Hier und Jetzt ist. In der Wildschönau lernt man wieder, dass man eigentlich gar nicht viel braucht, um rundum glücklich zu sein – nur ein sattes grünes Tal, einen weiten Horizont und das gute Gefühl, an einem Ort zu sein, der seine Umwelt wirklich schätzt. Lest doch gerne meinen Bericht Die Wildschönau – Wo das Grün lebendig wird dazu, oder auch meine Schlechtwettertipps für die Region: Wenn es mal regnet: Erlebnisse abseits der Sonne

Mein zweiter Tipp für unseren südlichen Nachbarn ist das charmante Mayrhofen im Zillertal. Hier spürt man die Kraft der Alpen besonders intensiv, sobald man das Tal betritt. Es ist der perfekte Ort, um aktiv zu sein, aber eben ohne diesen typischen Leistungsstress. Man lässt sich ganz bequem mit der Bergbahn hinauf in die Höhe tragen, lässt den Blick über die schroffen Spitzen der Zillertaler Alpen schweifen und fühlt sich plötzlich ganz klein – aber auf eine sehr heilsame, beruhigende Art. Inmitten dieser gigantischen Bergwelt relativieren sich die Alltagssorgen fast wie von selbst.


Ob bei einem ausgiebigen Frühstück auf der Sonnenterrasse mit direktem Blick auf die schneebedeckten Gipfel oder einer gemütlichen Wanderung über sanfte Almwiesen: Mayrhofen erdet einen sofort. Es ist diese besondere Mischung aus sportlicher Aktivität und dem bewussten Zillertaler Genuss, die den Ort so attraktiv macht. Wenn dort „der Berg ruft“, dann ist das keine Aufforderung zur Höchstleistung, sondern eine Einladung, den Alltag im Tal zurückzulassen, die Stille der Natur einzuatmen und bei einer herzhaften Jause die Gastfreundschaft der Region zu genießen. Mayrhofen ist für mich ein Ort, an dem man nicht nur Urlaub macht, sondern wieder lernt, die kleinen Momente der Freiheit auf über 2.000 Metern Höhe zu schätzen. Wer sich für diese Region interessiert, dem empfehle ich die Lektüre von Entspannung und Genuss im Herzen des Zillertals und Wenn in Mayrhofen der Berg ruft

Ein Hauch Frankreich: Das charmante Nancy
Manchmal muss es eben doch das Gefühl von Savoir-vivre sein – dieses Gefühl, jeden Moment voll auskosten zu vollen, den Duft von frisch gebackenen Croissants in der Nase zu haben und dieses unvergleichliche leichte Lebensart zu spüren. Nancy ist da ein echter Geheimtipp für alle, die französische Lebensart suchen, ohne dafür ans andere Ende der Welt jetten zu müssen. Gerade aus dem Westen Deutschlands ist man so schnell über die Grenze gehuscht, dass sich die Anreise fast wie ein kurzer Ausflug anfühlt, aber das Ambiente vor Ort ist zu 100 % „La France“.
Nancy verzaubert vom ersten Moment an mit einer Mischung aus reichem kulturhistorischem Erbe, beeindruckender Architektur und einer herzlichen Offenheit. Es ist eine Stadt voller Grün, ganz dem Art Nouveau verschrieben, in der ihr auf freundliche Menschen trefft, die einem sofort das Gefühl geben, willkommen zu sein.


Der Place Stanislas gehört für mich zweifellos zu den schönsten Plätzen der Welt. Es hat etwas Magisches, wenn die Sonne auf die prachtvollen, vergoldeten Gitter trifft und die ganze Stadt förmlich zu funkeln beginnt. Mein absoluter Herzensort und ultimativer Tipp für euch ist das Café Grand Foy, das direkt an diesem majestätischen Platz liegt. Sucht euch dort unbedingt einen Platz im Freien, bestellt euch ein kühles Getränk – probiert vielleicht mal eine Limonade mit Mirabellensirup, das ist ganz typisch für die Region – und macht dann einfach mal gar nichts.
Beobachtet die eleganten Franzosen, die Architektur und lasst euch einfach treiben. In Nancy findet man diesen ganz speziellen Luxus, den man heute so selten findet und den man für kein Geld der Welt kaufen kann: echte Zeit und reine Ästhetik. Lest dazu unbedingt auch meine Ideen für Ein Tag in Nancy (oder zwei) oder sogar Darf es etwas mehr sein? Mehr Tipps für Nancy
Egal, für welches Ziel ihr euch entscheidet: Traut euch dieses Jahr ruhig an die Ziele „um die Ecke“. Manchmal findet man das größte Urlaubsglück dort, wo man es am wenigsten erwartet hat.
Wo zieht es euch diesen Sommer hin? Habt ihr auch ein liebstes Ziel, das man gut mit dem Auto erreichen kann?
Die hier vorgeschlagenen Reisedestinationen durfte ich jeweils im Rahmen von unentgeltlichen Pressereisen kennenlernen