Stippvisite in Los Angeles – Hollywood, Stars und ein bisschen Filmgeschichte

Madamme_Tussauds_LA

LAX ist für mich seit Jahren das Tor nach Kalifornien, unzählige Male bin ich an diesem Flughafen gelandet, habe meinen Mietwagen übernommen und bin direkt weitergefahren. Los Angeles selbst habe ich dabei allerdings immer links liegen lassen. Nicht, weil mich die Stadt nicht interessiert hätte – ganz im Gegenteil -irgendwie erschien mir LA einfach zu groß, zu weitläufig und ein bisschen unnahbar. Wo sollte ich anfangen? Hollywood, Santa Monica, Beverly Hills, Downtown, die Film-Studios, Museen …? Bei dieser Fülle an Möglichkeiten hatte ich bisher nie so richtig das Gefühl, meine knappe Zeit sinnvoll nutzen zu können.

Und ganz ehrlich: Wer Los Angeles wirklich in seiner ganzen Vielfalt kennenlernen möchte, sollte dafür vermutlich einen eigenen Urlaub einplanen, oder vielleicht auch zwei. Die Stadt ist riesig und hat so viele unterschiedliche Gesichter, dass man ihr mit einem kurzen Zwischenstopp eigentlich kaum gerecht werden kann. Aber manchmal möchte man eben auch einfach nur ein bisschen LA-Luft schnuppern – und genau dafür eignet sich eine Stippvisite rund um einen Flug ab oder bis LAX erstaunlich gut.

Ich habe es diesmal einfach ausprobiert und mir vorgenommen, zumindest einige der berühmten Seiten von Los Angeles kennenzulernen, um so einen kleinen Eindruck dieser Metropole zu bekommen. Dabei habe ich mich einmal mehr vom CityPASS* begleiten und inspirieren lassen: der CityPASS war schon bei mehreren meiner Reisen ein praktischer Begleiter, weil ich mich nicht jedes Mal aufs Neue durch unzählige Sehenswürdigkeiten, Eintrittspreise und Kombinationsmöglichkeiten arbeiten muss. Stattdessen hatte ich direkt eine Auswahl an Highlights vor mir und konnte schauen, was davon zu meinem kurzen Aufenthalt passt. Denn auch wenn ich ansonsten das Planen liebe muss ich ehrlich gestehen, dass es mich teils auch überfordert. Warum also nicht auf Hilfe setzen?!

Für Los Angeles gibt es verschiedene CityPASS-Varianten . Ich habe mich für die Kombination aus Warner Bros. Studio Tour plus drei weiteren Attraktionen entschieden – und diese Entscheidung tatsächlich keine Minute bereut. Nicht nur, weil damit einige echte Klassiker dabei waren, sondern vor allem, weil die Planung plötzlich ganz unkompliziert wurde. Ich wusste direkt, was ich mir anschauen konnte und einige Attraktionen ließen sich sogar wunderbar an einem einzigen Tag miteinander verbinden. Kein stundenlanges Googeln, keine Überlegung, welches Ticket ich wo kaufen muss, sondern einfach loslegen und Los Angeles erleben. Und genau das habe ich gemacht.

Warner Bros. Studio Tour – einmal hinter die Kulissen von Hollywood schauen
Mein persönliches Highlight war ohne Frage die Warner Bros. Studio Tour. Schon die Vorstellung, dort unterwegs zu sein, wo unzählige bekannte Filme und Serien entstanden sind, fand ich spannend. Noch besser war allerdings, wie schnell aus dem Gedanken „Ich schaue mir ein Filmstudio an“ ein echtes Eintauchen in die Welt von Hollywood wurde.

Gemeinsam mit meinem Guide und einer kleinen Gruppe ging es über das Studiogelände, vorbei an Kulissen und Tonbühnen und immer wieder mit kleinen Geschichten zu Produktionen, Schauspielern und den Dreharbeiten. Besonders schön fand ich, dass es eben nicht nur ums Anschauen ging, sondern dass man immer wieder selbst entdecken konnte, wie viel Arbeit und Illusion hinter den bekannten Bildern aus Film und Fernsehen steckt.

Und dann natürlich Friends – DIE Serie aus meiner Jugend. Das berühmte Central Perk Café einmal mit eigenen Augen zu sehen, war für mich als Serienfan schon ein besonderer Moment. Überhaupt hatte die Tour immer wieder diese kleinen „Ach, das kenne ich doch!“-Augenblicke, so dass ein breites Lächeln gar nicht aus meinem Gesicht verschwinden wollte.

Nach der eigentlichen Führung hatte ich außerdem noch Zeit, das Atelier und die Ausstellung auf eigene Faust zu erkunden. Und genau hier kam für mich noch einmal ein echtes Highlight: die Kostüme und Sets aus bekannten Produktionen. Ich konnte mich beispielsweise im Set von The Big Bang Theory umsehen, in die Welt von Harry Potter eintauchen oder Batman und andere Helden aus dem DC-Universum entdecken. Und ja, das ist ein Erlebnis für die ganze Familie, weil Groß und Klein die Helden aus Film und Fernsehen hier wiedertreffen, egal ob Aqua Man, oder Bugs Bunny. 

Gerade diese Mischung aus Führung und anschließendem eigenen Erkunden hat mir richtig gut gefallen. Nach einer Stunde mit vielen Informationen hatte ich noch genug Zeit, mich treiben zu lassen, Fotos zu machen und all die Details zu entdecken, die ich während der Tour wahrscheinlich übersehen hätte. Für mich war die Warner Bros. Studio Tour damit weit mehr als ein Blick hinter die Kulissen – es war ein kleiner Ausflug in die Welt meiner Lieblingsfilme und Serien.

Mit dem Hop-On-Hop-Off-Bus durch Los Angeles
Nach so viel Filmgeschichte war es Zeit, Los Angeles ganz klassisch kennenzulernen. Und was gibt es bei einer Stadt wie LA eigentlich Besseres, als sich erst einmal gemütlich durch die Stadt fahren zu lassen?

Ich habe mich für die reguläre Hollywood/Red Route der Hop-On-Hop-Off-Tour mit Starline Tours entschieden und zunächst einfach eine komplette Runde mitgemacht. Gemütlich sitzen, Kopfhörer auf und los. Über die Audiokommentare bekam ich ganz nebenbei interessante Informationen zu den Sehenswürdigkeiten und das sogar auf Deutsch. Was geschah im Chateau Marmont Hotel? Welche Stars trifft man in Beverly Hills? Gerade bei einem ersten Besuch fand ich das unglaublich angenehm, weil ich so nicht ständig überlegen musste, wo ich gerade bin oder was ich mir eigentlich anschauen sollte.

Bei der zweiten Runde bin ich dann dort ausgestiegen, wo ich mir etwas genauer ansehen wollte. Und genau das mag ich am Hop-On-Hop-Off-Prinzip: Ich muss mich nicht vorher auf einen perfekten Ablauf festlegen. Ich kann aussteigen, ein bisschen herumspazieren und anschließend einfach den nächsten Bus nehmen. Lange warten musste ich dabei übrigens nie. Für meine kurze Stippvisite war das eine perfekte Möglichkeit, möglichst viel von Los Angeles zu sehen, ohne selbst im Verkehr unterwegs sein zu müssen.

Madame Tussauds – Auge in Auge mit den Stars
Ganz in der Nähe des Startpunkts der Hop-On-Hop-Off-Tour liegt Madame Tussauds Hollywood – und obwohl ich zunächst dachte, dass ich das Wachsfigurenkabinett vielleicht eher nur „mitnehme“, weil es gerade so praktisch auf der Route lag, wurde es tatsächlich zu einem meiner persönlichen Highlights.

Denn hier stehen die Figuren eben nicht einfach nur hinter einer Absperrung herum. Ich konnte mit ihnen interagieren, posieren und jede Menge lustige Fotos machen. Genau das macht den Besuch für mich so besonders.

Also schnell den Poncho überwerfen und neben Clint Eastwood in der Westernstadt posieren. Oder zum Frühstück bei Tiffany’s neben Audrey Hepburn Platz nehmen. Plötzlich fühlt sich das Ganze gar nicht mehr nach klassischem Museumsbesuch an, sondern eher nach einem ziemlich verrückten Fotoshooting mit den ganz großen Stars. Die Zeit vergeht wie im Flug und anschließend war im Eintritt noch ein Erfrischungsgetränk auf der Dachterrasse inklusive – ganz mondän über den Dächern von LA.

Und genau deshalb sind diese Bilder für mich heute auch viel mehr als einfach nur lustige Schnappschüsse. Sie sind kleine Urlaubserinnerungen, die mich noch lange nach der Reise zum Lächeln bringen. Und mal ganz ehrlich – wer kann schon behaupten ein Foto mit Madonna sein Eigen zu nennen?!

La Brea Tar Pits – und was ich heute stattdessen machen würde
Eine weitere Station auf meiner damaligen Route waren die La Brea Tar Pits, auch sie liessen sich wunderbar mit der Hop-On-Hop-Off-Tour verbinden. Damals habe ich mir nicht nur die berühmten Teergruben angeschaut, sondern auch das kleine Museum besucht und an einer kostenlosen Führung zur Entstehung der Tar Pits und den dort gefundenen urzeitlichen Überresten teilgenommen.

Das war überraschend spannend, denn plötzlich ging es nicht mehr nur um Hollywood und Stars, sondern um eine Geschichte, die viele tausend Jahre weiter zurückreicht. Ganz ohne Hollywood ging es hier dann aber doch nicht: Die La Brea Tar Pits waren immer wieder Schauplatz oder Ausgangspunkt von Katastrophenszenarien in Filmen – besonders in Katastrophenfilmen wie Volcano, wo die Naturgewalten plötzlich mitten in Downtown Los Angeles ausbrechen. So sind die berühmten Teergruben auch einem größeren Publikum bekannt geworden. Gerade dieser Kontrast hat mir gefallen: Hier trifft ein Stück uralte Naturgeschichte auf das moderne, filmverrückte Los Angeles.

Heute müsste ich allerdings anders planen: Da die La Brea Tar Pits derzeit wegen umfangreicher Renovierungsarbeiten geschlossen sind, würde ich an dieser Stelle stattdessen das GRAMMY Museum besuchen oder eine Tour durch das SoFi Stadium einplanen – beides ist ebenfalls im CityPass enthalten und beide Optionen würden sich für mich ebenfalls wunderbar in eine kurze LA-Stippvisite integrieren lassen.

Neben den CityPASS-Attraktionen habe ich dann noch einige Punkte selbst in meine Route eingebaut – unter anderem das Hollywood Sign, den Walk of Fame und das Griffith Observatory. Eine wie ich finde sehr gelungende Mischung: Der CityPASS hat mir einen guten Rahmen gegeben, gleichzeitig konnte ich den Tag ganz nach meinen eigenen Interessen ergänzen. So hatte ich am Ende tatsächlich einen schönen Rundum-Blick auf Los Angeles – ein bisschen Hollywood, ein bisschen Filmgeschichte, ein bisschen Glamour und ganz viel Los Angeles-Gefühl.

Und vielleicht ist genau das die wichtigste Erkenntnis, die ich von diesem ersten richtigen Kennenlernen mitgenommen habe: Los Angeles hat mir besser gefallen, als ich vorher erwartet hatte. Ich hatte immer ein bisschen die Vorstellung, dass mich diese riesige Stadt schnell überfordern würde. Dabei muss man Los Angeles gar nicht an einem Tag „schaffen“. Viel schöner ist es, sich ein paar Ecken herauszusuchen, die einen wirklich interessieren, und die Stadt einfach auf sich wirken zu lassen. Für mich hat genau das bei dieser ersten Stippvisite überraschend gut funktioniert.

Und plötzlich verstehe ich auch, warum so viele Menschen von LA schwärmen. Der CityPASS war für meinen kurzen Besuch dabei eine richtig gute Grundlage, weil ich mir damit ohne viel Planung einige Highlights herauspicken konnte. Gleichzeitig habe ich gemerkt: Beim nächsten Mal möchte ich mehr Zeit mitbringen. Denn jetzt, wo ich ein kleines Gefühl für die Stadt bekommen habe, würde ich sie gerne noch einmal ganz anders entdecken – neue Stadtviertel und viel mehr Zeit zum Schauen, Bummeln und einfach Treibenlassen.

 

 

 

*Ich habe den CityPass im Rahmen einer unentgeltlichen Kooperation erhalte, vielen Dank!

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